Auf
der Suche nach Befreiung
His
Divine Grace A.
C. Bhaktivedanta Swami Prabhupâda
spricht
mit John
Lennon, Yoko Ono und Georg Harrison

Srila Prabhupada (zu John Lennon): Du bemühst dich,
der Welt Frieden zu bringen. Ich habe schon etwas über deine Ansichten
gelesen, und diese zeigen mir, daß du unbedingt etwas tun möchtest.
Tatsächlich sollte jeder weise Mensch danach streben, Frieden
in die Welt zu bringen. Aber man muß den Vorgang kennen! In der Bhagavad-gita (5.29) erklärt Sri Krishna, wie man Frieden
erlangen kann:
bhoktâram yajna-tapasâm
sarva-loka-mahesvaram
suhrdam sarva-bhûtânâm
jnâtvâ mâm sântim ricchati
Die Menschen können friedvoll werden, wenn sie drei Dinge wissen. Wenn sie nur drei Dinge richtig verstehen, werden sie friedvoll werden. Was sind nun diese drei Dinge? Zuerst einmal sagt Sri Krishna, daß Er der wirkliche Genießer aller Opfer, aller Entsagung und aller Bußen ist, die von Menschen ausgeführt werden, um ihr Leben zu vervollkommnen. So zum Beispiel sind deine musikalischen Aktivitäten auch eine Art von Entsagung. Deine Lieder sind berühmt geworden, weil du einige Härten auf dich genommen hast; du hast es bis zur Perfektion gebracht, aber dazu waren etliche Mühen und Entsagungen notwendig. Wissenschaftliche Entdeckungen erfordern auch Entsagung. In der Tat erfordert alles, was von Wert ist, Entsagung. Wenn jemand sehr hingegeben und sorgfältig arbeitet, wird er Erfolg haben.
Das wird Yajna genannt, oder Opfer. Es wird auch Tapasya genannt, oder Entsagung. Krishna sagt, daß Er der Genießer der Ergebnisse deiner Tapasya ist. Er verlangt: „Das Ergebnis deiner Tapasya sollte Mir dargebracht werden. Dann wirst du zufrieden sein."
Zum zweiten sollten sich die Menschen daran erinnern, daß Krishna der Höchste Besitzer ist. Die Menschen beanspruchen: „Das ist mein England, das ist mein Indien, das ist mein Deutschland und das ist mein China!" Nein! Alles gehört Gott, Krishna. Nicht nur dieser Planet gehört Krishna, sondern auch alle anderen Planeten im Universum.
Dennoch haben wir sogar diesen Planeten in so viele Nationen unterteilt. Ursprünglich war dieser Planet nicht unterteilt. Aus den historischen Aufzeichnungen im Mahabharata können wir ersehen, daß der ganze Planet einmal von einem einzigen Herrscher regiert wurde. Dieser residierte in Indien, in Hastinapura, wo sich heute das moderne Delhi befindet. Noch bis vor fünftausend Jahren gab es nur einen König, Maharaja Pariksit. Der ganze Planet war unter einer Flagge und wurde Bharata-varsa genannt. Aber allmählich wurde Bharata-varsa kleiner und kleiner und kleiner. Zum Beispiel wurde erst vor ungefähr zwanzig Jahren der restliche Teil von Bharata-varsa (jetzt als Indien bekannt) in Pakistan und Hindustan unterteilt. Eigentlich war Indien ein riesiges Land, aber es ist jetzt durch diese Unterteilungen verkleinert worden. Und das Unterteilen geht weiter.
Aber tatsächlich gehört dieser ganze Planet Gott. Dieser Platz gehört niemand anderem. Wie können wir Besitzanspruch erheben? Du zum Beispiel hast mir diesen Platz hier zum Wohnen gegeben. Wenn ich nun für eine Woche bleibe und dann beanspruche: „Oh, das ist mein Raum", ist das dann sehr nett von mir? Es wird sofort Uneinigkeit geben; Schwierigkeiten werden auftauchen. Vielmehr sollte ich den tatsächlichen Umstand wahrnehmen, nämlich daß du mir freundlicherweise diesen Raum zur Verfügung gestellt hast. Mit deiner Erlaubnis lebe ich hier komfortabel. Und wenn es für mich notwendig ist zu gehen, dann werde ich gehen.
In gleicher Weise kommen wir hier in das Königreich Gottes mit leeren Händen, und mit leeren Händen werden wir auch wieder gehen. Wie können wir also beanspruchen, daß dies mein Besitz ist, daß dies mein Land ist, daß dies meine Welt ist, daß dies mein Planet ist? Warum stellen wir solche Ansprüche? Ist das nicht Wahnsinn? Sri Krishna sagt, sarva-loka-mahesvaram: „Icb bin der Höchste Herr von allen Planeten."
Und drittens sollten wir uns immer daran erinnern, daß Krishna der wirkliche Freund eines jeden Lebewesens ist und als Freund im Herzen eines jeden weilt. Er ist solch ein wunderbarer Freund. In dieser materiellen Welt stellen wir Freundschaften her, aber sie zerbrechen wieder. Oder aber mein Freund wohnt an einem bestimmten Ort, und ich wohne an einem anderen. Aber Krishna ist solch ein wunderbarer Freund, daß er im Innern lebt, in mir und in meinem Herzen. Er ist der beste Freund aller Lebewesen. Er ist nicht nur der Freund von ein paar Auserwählten, sondern Er weilt sogar im Herzen des unbedeutendsten Geschöpfes als Param-atma, oder Überseele.
Wenn man diese drei Dinge richtig versteht, dann wird man friedvoll. Das ist die wirkliche Friedensformel...
In der Bhagavad-gita sagt der Herr auch: „Was immer ein bedeutender Mensch tut, gewöhnliche Menschen folgen seinem Beispiel. Und welche Maßstäbe auch immer er durch sein beispielhaftes Verhalten setzt — alle Welt folgt ihm nach." (Bhagavad-gita 3.21) Der Gedanke hierbei ist, daß etwas, das von führenden Personen akzeptiert wird, auch von den gewöhnlichen Menschen befolgt wird. Wenn die führenden Personen sagen, daß es in Ordnung ist, dann werden es auch die anderen akzeptieren. Durch die Barmherzigkeit Gottes, Krishnas, seid ihr also Führer geworden. Tausende von jungen Menschen folgen euch. Sie mögen euch. Und wenn ihr ihnen tatsächlich etwas Spirituelles gebt, dann wird sich das Gesicht der Welt verändern.
Die Bewegung für Krishna-Bewußtsein ist nicht etwas Neues oder Erfundenes. Vom historischen Gesichtspunkt aus betrachtet ist sie mindestens fünftausend Jahre alt. Die Bhagavad-gita, welche die Basis des Krishna-Bewußtseins ist, wurde von Sri Krishna vor fünftausend Jahren gesprochen. Natürlich wird die Bhagavad-gita im allgemeinen als ein religiöses Buch Indiens betrachtet. Aber das trifft nicht zu — sie ist nicht einfach indisch oder hinduistisch. Die Bhagavad-gita ist für alle Menschen der Welt bestimmt. Im 14. Kapitel erklärt der Herr: „Oh Sohn Kuntis, man sollte verstehen, daß alle Arten des Lebens durch Geburt in der materiellen Natur ermöglicht werden, und daß Ich der samengebende Vater bin." (Bg. 14.4)
Das weist darauf hin, daß das ewige Lebewesen in einer Vielfalt von zeitweiligen, materiellen Formen erscheint, so wie wir hier zum Beispiel die Form von Damen, von Herren oder von jungen Männern haben. Wir haben alle verschiedene Formen. Diese ganze Welt ist voll von verschiedenen Arten von Leben; aber Krishna sagt: aham bija-pradah pita, „Ich bin der Vater von ihnen allen." Pita bedeutet „Vater". Das heißt, daß der Herr alle Lebewesen als seine Söhne beansprucht.
Einige Leute mögen sagen, daß Krishna Inder ist, daß Krishna Hindu ist, oder daß Krishna irgendetwas anderes ist. Aber nein — in Wirklichkeit ist Krishna die