Prabhupada Centennial

Ideen zur Verbreitung von Srila Prabhupadas
einhunderstem Erscheinungstag in Deutschland

- von Vaidyanath das -

Im Jahre 1996 wird die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewußtsein (ISKCON) weltweit Srila Prabhupadas einhundertsten Geburtstag feiern.

Der Vorstand der ISKCON hat während seines Treffens im Frühjahr 1992 ein "Srila Prabhupada Centennial Global Ministry" gebildet, welches bis 1996 zu erreichende Ziele gesetzt sowie einen umfangreichen zehnteiligen Plan zur gebührenden Verehrung unseres Gründer-Acaryas aufgestellt hat. Aus diesem Plan habe ich nur zwei Punkte herausgegriffen, welche wir als Schüler Srila Prabhupadas außerhalb der Tempel verwirklichen helfen können und welche ich anschließend erläutern möchte.
Die Vorgaben des Masterplans für das Jahrhunderteereignis lauten:

a) Srila Prabhupadas Familie wiedervereinigen
"Der GBC wünscht, daß die Feier zu Srila Prabhupadas einhundertstem Geburtstag dazu diene, daß die Bedeutung von Srila Prabhupadas Beitrag zur Geschichte weltweit anerkannt werde, und daß festgelegt werde, daß das Haus, welches er gebaut hat (ISKCON), ein Ort ist, wo die ganze Welt leben kann." -1992 GBC-Beschluß 38, zitiert in "Prabhupada Toshani" S. 9

Srila Prabhupada"Die Feier zum einhundertsten Geburtstag Srila Prabhupadas ist eine einmalige Gelegenheit, Srila Prabhupadas Schüler und Enkelschüler ihrem spirituellen Vater bzw. Großvater sowie ihren spirituellen Brüdern und Schwestern näher zu bringen. Um dies zu erreichen, können sich Gottgeweihte untereinander treffen und Erfahrungen austauschen, Treffen veranstalten, Adresslisten und Rundbriefe veröffentlichen; man sollte sich an seine persönlichen Anweisungen erinnern und gemeinsame Vorhaben planen und verwirklichen." - Prabhupada Toshani S. 10

b) ISKCON stärken
"Srila Prabhupada wies uns an, wir würden unsere Liebe zu ihm dadurch zeigen, daß wir zusammenarbeiten. Wenn wir ISKCONs Predigtarbeit stärken und vereinen, wird das nicht nur Srila Prabhupada zufrieden stellen, sondern uns auch befähigen, unsere Ziele zu erreichen. Hier einige Ziele, die wir anstreben sollten: Ein hoher spiritueller Standard unter den Mitgliedern, Srila Prabhupadas jeweilige Anweisungen für jedes Land verstehen, über strittige Themen zu einer Schlußfolgerung kommen (gurus in ISKCON, die Rolle der Frau in ISKCON, etc.) Beziehungen zu Vaishnavas außerhalb ISKCON klären, eine Verfassung veröffentlichen, das Niveau der Verwaltung in ISKCON verbessern, usw." - Prabhupada Toshani S. 10

Der Masterplan sieht weiterhin vor: Gottgeweihten-Gemeinden, selbstversorgende Bauernhöfe, varnashrama-dharma (die vedische Gesellschaftsordnung) in ISKCON verstehen.

Dazu gehört selbstverständlich auch die Kindererziehung. Es sollen Lehrpläne für Kinder erstellt, bis 1996 ein Caitanya Caritamrita und ein Srimad Bhagavatam für Kinder herausgegeben und 100 Kinderbücher veröffentlicht werden. Unser Verein "INITIATIVE GURUKULA" ist hier schon ein gutes Stück auf dem Weg voran.

Ich möchte nun meine Gedanken zu diesen Punkten und Vorschläge für ihre Verwirklichung in Deutschland entwickeln.

1. Vamashrama-dharma einigt uns

Srila Prabhupada hat immer wieder auf die Wichtigkeit der Grundzüge der vedischen Gesellschaftsordnung, welche die berufsmäßigen Veranlagungen der Menschen in Beziehung zu Krishna, Gott, setzt, für ISKCON hingewiesen:

"Ein Vaishnava zu sein ist nicht so leicht. Das varnashrama-dharma-System sollte eingeführt werden, um Vaishnava zu werden.... Ihr solltet dies organisieren. Ich kann euch eine Vorstellung geben, doch ich werde nun nicht mehr lange leben. Wenn ihr diesen meinen Wunsch ausfuhrt, könnt ihr die ganze Welt verändern." - Gespräch mit Srila Prabhupada in Mayapur am 14. Februar 1977

Srila PrabhupadaSolange hingebungsvolles Dienen ohne seine materielle Manifestation, die vedische Gesellschaftsordnung gelehrt wird, bekommt der Schüler den Eindruck, bhakti-yoga sei nur im Tempel unter Aufsicht von Tempelautoritäten praktizierbar. Zweifellos ist diese Form des sadhana bhakti im brahmacari-Stadium förderlich und von Srila Prabhupada vorgesehen, als Haushälter jedoch muß der Gottgeweihte sich mit materiellen Situationen auseinandersetzen und diese in Beziehung zu Krishna sehen, indem er die Grundzüge des varnashrama-dharma und karma yoga versteht -Regeln für die verschiedenen Berufs- und Veranlagungsgruppen in der materiellen Welt.

Es ist sicherlich nicht einfach, bei der gegenwärtigen geschlossenen, vor allem auf die Buchverteilung ausgerichteten und ökonomisch zweckorientierten Organisation der Tempel in Deutschland die nötige Freiheit für übergreifende, der ISKCON gesellschaftlich langfristig dienende Zeile einzuräumen. Obwohl letztendlich varnashrama-dharma nur in ländlichen Gemeinschaften möglich sein wird, ist doch auf dem Wege dorthin die Erfahrung von Haushältern, die in Städten ihren Berufen nachgehen und dabei den Prinzipien des Krishnabewußtseins folgen, nicht zu vernachlässigen.

Langfristig wird fast jeder Schüler und jede Schülerin eines spirituellen Meisters in den Ehestand (grhasta-asrama) eintreten und darin den größten Teil seines/ihres Lebens verbringen (etwa vom 25sten oder 30sten Lebensjahr an). Damit in den grhasta-asrama eintretende Schüler sich nicht von ihrer Muttergesellschaft, der Internationalen Gesellschaft für Krishnabewußt-sein, entfremden und einem "Kulturschock" bei der wirtschaftlichen Trennung vom Tempel aussetzen müssen, sollten sie sich frühzeitig nach den Regeln der vedischen Gesellschaftsordnung auf Aufgaben im grhastha-asrama vorbereiten.

2. Zur Rolle von Männern und Frauen

Die Pflicht des Jungen bzw. jungen Mannes besteht traditionell darin, dem spirituellen Meister zu dienen und/oder einen Beruf innerhalb der vier vamas (Priester, Verwalter, Kaufleute, Arbeiter) zu erlernen. Im vedischen System hat es keine jungen Mädchen und Frauen ("brahmacarinis") gegeben, die solche Aufgaben zugeteilt bekamen. Vielmehr wurden junge Mädchen für Aufgaben im grhastha-ashrama angelernt

Dementsprechend ist es auch heute notwendig, daß junge Mädchen und Frauen in deutschen, österreichischen und schweizerischen Tempeln sich auf gesellschaftliche Aufgaben in der varnashrama-Gesellschaft vorbereiten, da sie als Verheiratete einen Haushalt zu versorgen und eventuell Kinder großzuziehen haben werden. Nachdem sie Srila Prabhupadas Anweisungen in seinen Büchern hierüber und über die vedische Gesellschaftsordnung studiert haben, können sie ihrem Mann, der als brahmacari gelernt hat, seinem spirituellen Meister zu dienen und eine Familie zu versorgen, fachlich qualifiziert zur Seite stehen.

Wenn ISKCON freundliche Beziehungen zu den ihr entstammenden Gottgeweihten unterhält, die außerhalb der Tempel im Ehestand leben und ihren Berufen nachgehen, ist die Entwicklung einer vedischen Gesellschaftsordnung nicht mehr fern. In diesem Sinne ist der oben zitierte GBC-Beschluß zu verstehen:"... und daß festgelegt werde, daß das Haus, welches er gebaut hat (ISKCON), ein Ort ist, wo die ganze Welt leben kann." -1992 GBC-Beschluß 38

3. Srila Prabhupadas Schüler

Srila PrabhupadaIn Srila Prabhupadas Haus muß zweifellos auch Platz für seine Schüler sein. Diese sollten sich in die Predigtarbeit einbinden und ihre Erfahrung in der Ausführung des hingebungsvolles Dienens innerhalb und außerhalb der Tempel zur Verfügung stellen. Diese Erfahrungen sollten genutzt werden, um den stetigen Fortschritt unserer Gesellschaft zu sichern. Auch sollte auf die jüngeren Gottgeweihten eingewirkt werden, daß sie die älteren Gottgeweihten - sowohl innerhalb als auch außerhalb der Tempel - verstehen und respektieren. Srila Prabhupada wollte keine Wiederholung seiner Beziehung zu der Gaudiya-Math, daß Schülern eines Guru weitgehend der Kontakt mit seinen "spirituellen Onkeln" untersagt wurde.
Wie ist dies alles zu erreichen? yat yat acarita sresthas.. - indem die gegenwärtigen Führer ein Beispiel geben. So sollte in Klassen und Vorträgen gezielt über varnashrama-dharma und karma-yoga gesprochen werden. Insbesondere sannyasis sollten sich nicht scheuen, grhasthas in ihren Häusern zu besuchen und freundschaftliche Beziehungen zu ihren Gottbrüdem zu pflegen. Der sannyasi ist Lehrer der anderen ashramas, steht aber gleichzeitig außerhalb der Gesellschaft. So wird eine varnashrama-Gesellschaft letztendlich von den grhasthas getragen.

Die sannyasis sorgen mit ihren spirituellen Unterweisungen dafür, daß die Gesellschaft sich nicht von Krishna ablöst, also kopflos wird. Die Kultivierung politischer und akademischer Kontakte kann nur Sinn haben, wenn ISKCON die Fähigkeit an den Tag legt, unter den eigenen Mitgliedern eine funktionierende Gesellschaftsstruktur einzurichten. Nur so können wir den Führern der heutigen materiellen Gesellschaft beweisen, daß Srila Prabhupadas Anweisungen praktisch, in die Tat umsetzbar und für die Gesellschaft von Nutzen sind.

4. Was wir in Deutschland tun können

Nun, es bleibt uns noch bis zum Jahre 1996 Zeit, zur Freude Srila Prabhupada innerhalb ISKCONs spirituell und gesellschaftlich zu gesunden, und zu diesem Zweck hat der Vorstand der ISKCON Pläne aufgestellt.

Hingegen kann die süße Last der Vorbereitung unmöglich nur auf einigen wenigen Gottgeweihten ruhen. Mein Vorschlag ist, zunächst eine Adreßliste von Gottgeweihten zusammenzustellen, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeweiht wurden. Diese Gottgeweihten sollten dann informiert werden. Wenn möglich, sollten Besuche vereinbart und Treffen organisiert werden. Dann kann man zusammenarbeiten.

Im Zusammenhang mit der Planung unserer Aktivitäten sollten Zusammenkünfte von Srila Prabhupadas Schülern und Enkelschülern in Deutschland stattfinden. Gottgeweihte, die außerhalb der Tempel wohnen, sollten sich vermehrt auch untereinander treffen.

Einzelne Gottgeweihte könnten Srila-Prabhupada-Erinnerungsmedaillen, Briefmarken, Hüte, Kugelschreiber usw. herstellen und verkaufen.

Gern nehmen wir weitere Vorschläge entgegen, die wir dann publizieren und weiterreichen werden.

Mit den besten Wünschen

Euer Diener, Vaidyanath das


HARE KRISHNA, HARE KRISHNA, KRISHNA KRISHNA, HARE HARE,
HARE RAMA, HARE RAMA, RAMA RAMA, HARE HARE
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