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Die Transzendentalen Spiele Sri Krishnas
Von Seiner Heiligkeit A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada

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37. Kapitel: Akruras Ankunft in Vrndavana


Narada Muni hatte nichts davon erwähnt, daß Krsna Vyomasura töten würde. Das bedeutet, daß Vyomasura am gleichen Tag wie der Kesi-Dämon getötet wurde. Der Kesi-Dämon wurde am frühen Morgen getötet, dann gingen die Kuhhirtenjungen auf den Govardhana-Hügel, und dort ereignete sich etwas später der Zwischenfall mit Vyomasura. Beide Dämonen wurden also am gleichen Morgen vernichtet. Akrura war von Kamsa angewiesen worden, bis zum Abend in Vrndavana zu sein. Nachdem Akrura diesen Auftrag bekommen hatte, fuhr er gleich am nächsten Morgen mit der Kutsche los, um rechtzeitig in Vrndavana zu sein. Weil er ein großer Gottgeweihter war, begann er auf dem Weg nach Vrndavana, Krsna zu lobpreisen. Die Gottgeweihten sind ständig in Gedanken an Krsna vertieft, und so meditierte Akrura ununterbrochen über die Lotosaugen Krsnas.

Er konnte sich nicht vorstellen, welch fromme Werke er verrichtet haben mußte, daß er jetzt die Gelegenheit erhielt, Sri Krsna zu sehen. Akrura dachte bei sich: "Wenn Krsna es will, werde ich imstande sein, Ihn zu sehen", und er betrachtete sich als den glücklichsten Menschen, da er sehr bald Krsna sehen würde, den zu sehen sich alle mystischen yogis wünschen. Er war überzeugt, daß an diesem Tag alle sündhaften Reaktionen seines vorangegangenen Lebens von ihm genommen würden und daß er nun seine gesegnete menschliche Lebensform endlich zum Erfolg führen könne. Im Grunde, so sagte Akrura, sei es eine große Gunst von Kamsa, daß er ihm den Auftrag gegeben habe, Krsna und Balarama zu holen, denn dadurch bekomme er nun die Möglichkeit, den Herrn zu sehen. Akrura dachte weiter daran, daß in früheren Zeiten große Weise und Heilige einfach dadurch, daß sie die strahlenden Nägel der Lotosfüße Krsnas gesehen hatten, von der materiellen Welt befreit wurden.

"Nun ist der Herr, die Höchste Persönlichkeit Gottes, in einer Gestalt erschienen, die der eines gewöhnlichen Menschen gleicht, und ich bin wirklich glücklich zu nennen, daß ich Ihn von Angesicht zu Angesicht sehen darf, dachte Akrura. Er bebte vor Freude, da er es kaum erwarten konnte, die gleichen Lotosfüße zu sehen, die von großen Halbgöttern wie Brahma, Narada und Siva verehrt werden und die über den Boden von Vrndavana schreiten und die Brüste der gopis berühren, welche vom kunkuma leicht gerötet sind. "Ich bin wirklich vom Glück gesegnet", sagte er zu sich, "daß ich heute die Gelegenheit bekomme, diese Lotosfüße zu sehen, und gewiß werde ich auch das liebliche Antlitz Krsnas betrachten dürfen, das auf Stirn und Nase mit tilaka gezeichnet ist. Auch Sein Lächeln und Sein lockiges schwarzes Haar werde ich sehen. Ich kann mir dessen sicher sein, denn heute ziehen alle Rehe an meiner Rechten vorbei. Heute werde ich endlich die Schönheit des spirituellen Königreichs von Visnuloka erblicken, denn Krsna ist der Höchste Visnu, und Er ist nur aus Seinem Wohlwollen heraus erschienen. Er ist der Inbegriff aller Schönheit; deshalb werden meine Augen heute die Vollkommenheit erlangen."

Akrura war sich ohne den Schatten eines Zweifels darüber bewußt, daß Sri Krsna der Höchste Visnu ist. Sri Visnu läßt Seinen Blick über die materielle Energie gleiten, und dadurch wird die kosmische Manifestation ins Leben gerufen. Obwohl Sri Visnu jedoch der Schöpfer der materiellen Welt ist, ist Er durch Seine eigene Energie immer frei vom Einfluß der materiellen Energie. Mit Seiner inneren Energie kann Er die Dunkelheit der materiellen Energie durchdringen, und ebenso hat Krsna, der ursprüngliche Visnu, durch die Erweiterung Seiner inneren Energie die Einwohner von Vrndavana geschaffen. In der Brahma-samhita wird ebenfalls bestätigt, daß Sri Krsnas Reich und alles, was sonst noch mit Krsna verbunden ist, Erweiterungen Seiner inneren Energie sind. Diese innere Energie ist auf der Erde als Vrndavana manifestiert, wo Krsna zusammen mit Seinen Eltern und Seinen Freunden, den Kuhhirtenjungen und den gopis, Seine Spiele genießt. Aus Akruras Worten geht deutlich hervor, daß Krsna transzendental zu den Erscheinungsweisen der materiellen Natur ist und daß deshalb auch die Einwohner von Vrndavana, die im liebevollen Dienst des Herrn beschäftigt sind, transzendental sind.

Akrura dachte auch an die Notwendigkeit der transzendentalen Spiele des Herrn. Er war sich bewußt, daß Krsnas transzendentale Taten, Unterweisungen, Eigenschaften und Spiele für alle Menschen Glück und Segen bedeuten. Die Menschen können stets auf der Ebene des Krsna-Bewußtseins bleiben, wenn sie über die transzendentale Gestalt und die transzendentalen Eigenschaften, Spiele und Attribute des Herrn sprechen. Auf diese Weise kann das gesamte Universum wirklich ein glückliches Leben führen und sich friedlich entwickeln. Doch ohne Krsna-Bewußtsein bedeutet die Zivilisation nichts anderes als die Schmückung eines toten Körpers. Man kann eine Leiche so prächtig schmücken, wie man will, doch wo kein Bewußtsein ist, ist aller Schmuck nutzlos. Ebenso ist die menschliche Gesellschaft ohne Krsna-Bewußtsein nutzlos und leblos.

Akrura dachte: "Nun ist die Höchste Persönlichkeit Gottes, Sri Krsna, als einer der Abkömmlinge der Yadu-Dynastie erschienen. Die religiösen Prinzipien sind die von Ihm verfügten Gesetze. Diejenigen, die diese Gesetze befolgen, sind Halbgötter, und diejenigen, die sich ihnen widersetzen, sind Dämonen. Er ist gekommen, um die Halbgötter, die Seinen Gesetzen gehorsam sind, zu beschützen. Mit Freude folgen die Halbgötter und die Gottgeweihten Krsnas Gesetzen, und Krsna findet Seinerseits Freude daran, ihnen allen Schutz zu gewähren. Wie in der Bhagavad-gita bestätigt wird, ist es für die Menschen immer segensreich, wenn sie darüber hören und sprechen, wie Krsna Seine Geweihten beschützt und die Dämonen vernichtet. Die glorreichen Taten des Herrn werden von den Gottgeweihten und Halbgöttern in ewig zunehmendem Maße gepriesen.

Krsna, die Höchste Persönlichkeit Gottes, ist der spirituelle Meister aller spirituellen Meister. Er ist der Befreier aller gefallenen Seelen und der Befreier der drei Welten. Jeder, dessen Augen mit Liebe zu Gott gesalbt sind, kann Ihn sehen. Heute wird es mir möglich sein, den Herrn, die Höchste Persönlichkeit Gottes, zu sehen, der mit Seiner transzendentalen Schönheit die Glücksgöttin zu Sich hingezogen hat, so daß sie nun ewig mit Ihm lebt. Sowie ich in Vrndavana ankomme, werde ich vom Kutschbock springen und mich langausgestreckt zu Boden werfen, um dem Höchsten Herrn, dem Meister der materiellen Natur und aller Lebewesen, meine Ehrerbietungen zu erweisen. Die Lotosfüße Krsnas werden ständig von großen mystischen yogis verehrt, und auch ich werde Seine Lotosfüße verehren und einer Seiner Freunde in Vrndavana werden wie die Kuhhirtenjungen. Wenn ich Sri Krsna auf diese Weise zu Füßen falle, wird Er mir gewiß Seine furchtlose Lotoshand auf den Kopf legen. Er reicht Seine Hand allen bedingten Seelen, die Zuflucht bei Seinen Lotosfüßen suchen. Krsna ist das endgültige Lebensziel aller Menschen, die sich vor der materiellen Existenz fürchten, und so wird Er sicherlich auch mir Zuflucht unter Seinen Lotosfüßen gewähren. Ich sehne mich danach, daß Er meinen Kopf mit Seinen lotosgleichen Händen berührt."

Auf diese Weise war Akrura voller Erwartung, von Krsnas Hand gesegnet zu werden. Er wußte, daß Indra, der Himmelskönig und der Herrscher über alle drei Welten — die oberen, mittleren und unteren Planetensysteme —, einst die Segnung des Herrn erlangt hatte, einfach weil er ein wenig Wasser opferte, das Krsna annahm. Ebenso hatte Bali Maharaja die Stellung Indras erreicht, nur weil er Sri Vamanadeva drei Schritte Land als Spende gab und Ihm dazu ein wenig Wasser opferte, was von Vamanadeva angenommen wurde. Als die gopis während des rasa-Tanzes mit Krsna müde wurden, strich ihnen Krsna mit Seiner Hand, die wie eine Lotosblume duftet, über die perlengleichen Schweißtropfen auf ihren Gesichtern, so daß sie augenblicklich neues Leben fühlten. So erhoffte sich auch Akrura den Segen der allbarmherzigen Hand Krsnas. Krsnas Hand kann jedem Menschen, der sich dem Krsna-Bewußtsein zuwendet, alle Segnungen erteilen. Wenn jemand materielles Glück möchte wie der König des Himmels, kann er diese Segnung von der Hand Krsnas bekommen; wenn jemand von den Qualen der materiellen Existenz befreit werden möchte, kann Er diese Segnung ebenfalls von Krsnas Hand bekommen, und wenn jemand in reiner transzendentaler Liebe mit Krsna zusammensein und Seinen transzendentalen Körper berühren möchte, so kann auch er diese Segnung von Krsnas Hand bekommen.

Gleichzeitig hatte Akrura jedoch auch Befürchtungen, weil er von Kamsa, Krsnas Feind, geschickt wurde. Er dachte: "Ich werde Krsna als Bote des Feindes begegnen." Doch gleichzeitig sagte er sich auch: "Krsna weilt als Überseele im Herzen eines jeden, und deshalb wird Er auch mein Herz kennen." Obgleich Akrura ein Vertrauter von Krsnas Feind war, hatte er ein reines Herz. Er war ein reiner Geweihter Krsnas. Er war sogar bereit, Kamsas Zorn auf sich zu laden, nur um Krsna zu treffen. Akrura war sich sicher, daß Krsna ihn nicht wie einen Feind empfangen würde, obgleich er als Vertreter Kamsas zu Ihm kam. "Der Auftrag, den ich auszuführen habe, ist zwar sehr schändlich, da ich von Kamsa geschickt bin, doch wenn ich mich der Höchsten Persönlichkeit Gottes nähere, werde ich dies in aller Demut mit gefalteten Händen tun. Meine Hingabe wird Ihn bestimmt erfreuen, und vielleicht wird Er mir sogar ein Lächeln schenken und Seinen Blick über mich gleiten lassen, so daß ich von allen sündhaften Reaktionen befreit werde. Dann habe ich die Ebene der transzendentalen Glückseligkeit und des transzendentalen Wissens erreicht. Weil Krsna mich im Innersten meines Herzens kennt, wird Er mich gewiß umarmen, wenn ich vor Ihn trete. Ich bin nicht nur ein Abkömmling der Yadu-Dynastie, sondern auch ein reiner Gottgeweihter. Durch Seine barmherzige Umarmung werden mein Körper, mein Herz und meine Seele von den Reaktionen auf die Taten meines vergangenen Lebens gänzlich gereinigt werden. Wenn sich unsere Körper berühren, werde ich sofort mit gefalteten Händen, mit aller Demut, aufstehen. Bestimmt werden mich Krsna und Balarama, 'Onkel Akrura' nennen, und das wird die Krönung meines Lebens sein. Solange man nicht von der Höchsten Persönlichkeit Gottes anerkannt wird, kann das Leben niemals erfolgreich sein."

Hier wird deutlich gesagt, daß man sich bemühen sollte, durch Dienst und Hingabe die Anerkennung der Höchsten Persönlichkeit Gottes zu erlangen. Ein Mensch, der diese Bemühung nicht unternimmt, hat die Möglichkeit, die das menschliche Leben bietet, verspielt. In der Bhagavad-gita wird gesagt, daß der Höchste Herr, die Persönlichkeit Gottes, jedem Lebewesen gleichgesinnt ist; für Ihn gibt es weder Freunde noch Feinde. Einem Gottgeweihten jedoch, der Ihm mit Liebe und Hingabe dient, ist Er besonders zugetan. In der Bhagavad-gita wird auch gesagt, daß der Höchste Herr den hingebungsvollen Dienst Seiner Geweihten erwidert. Akrura verglich Krsna mit dem Wunschbaum der himmlischen Planeten, der dem Verehrenden jede Frucht gibt, die er sich wünscht. Dazu ist die Höchste Persönlichkeit Gottes auch die Quelle aller Dinge, und der Gottgeweihte muß sich bewußt sein, wie er Ihm dienen kann, um Seine Anerkennung zu finden. Im Caitanya-caritamrta wird deshalb erklärt, daß man gleichzeitig dem spirituellen Meister und Krsna dienen muß, um Fortschritte im Krsna-Bewußtsein zu machen. Wenn man sich unter der Führung des spirituellen Meisters in Krsnas Dienst beschäftigt, leistet man echten und wirkungsvollen Dienst, denn der spirituelle Meister ist der äußere Vertreter Krsnas. Sri Visvanatha Cakravarti Thakura sagt, daß man direkt den Höchsten Herrn zufriedenstellt, wenn man den spirituellen Meister zufriedenstellt. Dies läßt sich mit dem Dienst in einer Regierungsstelle vergleichen, wo man unter der Aufsicht eines Abteilungsleiters arbeiten muß. Wenn der Abteilungsleiter mit der Arbeit eines bestimmten Angestellten zufrieden ist, dann werden automatisch auch Beförderung und Gehaltserhöhung folgen.

"Wenn Sich Krsna und Balarama über meine Gebete freuen", so malte sich Akrura aus, "werden Sie mich gewiß bei der Hand nehmen und mich in Ihr Haus führen, um mich dort mit beehrender Gastlichkeit zu empfangen, und Sie werden Sich bestimmt auch nach den Unternehmungen Kamsas und seiner Freunde erkundigen."

Auf diese Weise meditierte Akrura, der Sohn Svaphalkas, während der ganzen Fahrt über Krsna und vergaß dabei völlig die Zeit. So verging der ganze Tag, und als er Vrndavana erreichte, berührte die Sonne bereits den Horizont. Sowie Akrura die Grenze von Vrndavana erreichte, erblickte er die Spuren der Kühe und auch Sri Krsnas Fußabdrücke, die durch die Zeichen auf Seinen Fußsohlen — Fahne, Dreizack, Blitz und Lotosblume — erkenntlich waren. Als Akrura Krsnas Fußspuren erblickte, sprang Er sofort voller Ehrfurcht von der Kutsche, und er wurde von allen Anzeichen der Ekstase überwältigt; er weinte, und sein Körper zitterte. In seinem unendlichen Jubel, den Staub zu sehen, der von Krsnas Lotosfüßen berührt worden war, warf sich Akrura flach aufs Gesicht und begann sich am Boden zu wälzen.

Akruras Reise nach Vrndavana ist beispielhaft. Jeder, der Vrndavana besuchen möchte, sollte seinem idealen Beispiel folgen und ständig an die Spiele und Taten des Herrn denken. Wenn man die Grenze von Vrndavana erreicht, sollte man sich sofort den ganzen Körper mit dem Staub von Vrndavana einreiben, ohne dabei über seine materielle Stellung und sein materielles Ansehen Gedanken zu verlieren. Narottama dasa Thakura sagt in einem berühmten Lied: visaya chariya kabe suddha habe mana. "Wenn mein Geist rein geworden ist, nachdem ich die Verunreinigung des materiellen Sinnengenusses überwunden habe, werde ich fähig sein, Vrndavana zu besuchen." Man kann also nicht nach Vrndavana gelangen, indem man sich einfach eine Fahrkarte kauft. Den Vorgang, wie man nach Vrndavana kommt, zeigt Akrura hier durch sein Beispiel.

Als Akrura im Dorf von Vrndavana eintraf, sah er, wie Krsna und Balarama gerade das Melken der Kühe beaufsichtigten. Krsna war in gelbe Gewänder gekleidet und Balarama in blaue. Akrura sah auch, wie Krsnas Augen den schönen frischen Blüten des herbstlichen Lotos glichen. So traf er auf Krsna und Balarama, die im Frühling Ihrer Jugend standen. Sie sahen einander sehr ähnlich, doch Krsna hatte eine schwärzliche Körpertönung, wohingegen Balaramas Körpertönung weißlich war. Beide waren Sie die Zuflucht der Glücksgöttin. Sie hatten wohlgeformte Körper, anmutige Hände und bezaubernde Gesichtszüge, und Sie waren so stark wie Elefanten. Nachdem Akrura bereits Ihre Fußabdrücke gesehen hatte, stand er nun Krsna und Balarama direkt gegenüber. Obwohl Krsna und Balarama die mächtigsten Persönlichkeiten waren, schenkten Sie Akrura Ihre lächelnden Blicke. Akrura erkannte, daß Krsna und Balarama gerade aus dem Wald zurückgekehrt waren, wo Sie Ihre Kühe gehütet hatten. Sie hatten Ihr Bad genommen und waren nun in frische Gewänder gekleidet und trugen Blumengirlanden und Halsketten aus den wertvollsten Juwelen; dazu waren Ihre Körper mit Sandelholzpaste bestrichen. Der Duft der Blumen und des Sandelholzes und die Gegenwart Krsnas und Balaramas beseelten Akrura mit großer Freude, und er schätzte sich unbeschreiblich glücklich, weil er Krsna, die Höchste Persönlichkeit Gottes, und Seine vollständige Erweiterung, Balarama, von Angesicht zu Angesicht sehen durfte, wußte er doch, daß Sie die ursprünglichen Schöpfer der gesamten kosmischen Manifestation waren.

Wie in der Brahma-samhita erklärt wird, ist Krsna die ursprüngliche Persönlichkeit Gottes und die Ursache aller Ursachen. Akrura wußte, daß der Herr, die Höchste Persönlichkeit Gottes, persönlich zum Wohl Seiner Schöpfung erschienen war, um die Prinzipien der Religion wieder festzusetzen und die Dämonen zu vernichten. Zwei Bergen aus Saphir und Silber gleich, vertrieben die beiden Brüder mit Ihrer körperlichen Ausstrahlung die ganze Dunkelheit der Welt. Ohne zu zögern, sprang Akrura von der Kutsche herunter und fiel langausgestreckt wie ein Stock vor Krsna und Balarama zu Boden. Als er die Lotosfüße der Höchsten Persönlichkeit Gottes berührte, wurde er von transzendentaler Glückseligkeit überwältigt; seine Stimme versagte ihm, so daß er kein Wort hervorbrachte. Die transzendentale Gegenwart Krsnas rief Ströme von Tränen aus seinen Augen hervor, und in seiner Ekstase war er wie erstarrt, als hätte er die Fähigkeit zu sehen und zu sprechen gänzlich verloren. Doch Sri Krsna, der zu Seinen Geweihten sehr gütig ist, ergriff Akruras Hand und half ihm beim Aufstehen, und dann umarmte Er ihn herzlich. Sri Krsna war offensichtlich sehr zufrieden mit Akrura, und auch Balarama schloß ihn in die Arme. Dann nahmen Krsna und Balarama Akrura bei der Hand und führten ihn in Ihre Stube, wo Sie ihm einen bequemen Sitz anboten und Wasser brachten, um ihm die Füße zu waschen. Dazu beehrten Sie Ihren Gast mit vielen gebührlichen Geschenken wie Honig und anderen Köstlichkeiten, und nachdem Krsna und Balarama so für Akruras Behaglichkeit gesorgt hatten, schenkten Sie ihm eine Kuh und brachten ihm darauf die köstlichsten Speisen, die sich Akrura schmecken ließ. Nach beendetem Mahl überreichte ihm Balarama Betelnüsse, Gewürze und Sandelholzpaste, um es ihm an keiner Annehmlichkeit fehlen zu lassen. Sri Krsna hielt Sich somit genau an die Regeln der vedischen Kultur, um alle Menschen zu lehren, wie man einen Gast bei sich zu Hause empfangen sollte. Die vedischen Anweisungen besagen, daß man sogar einen Gast, der ein Feind ist, so zuvorkommend empfangen sollte, daß er weiß, daß er von seinem Gastgeber nichts zu befürchten hat. Selbst wenn der Gastgeber sehr arm ist, sollte er seinem Gast zumindest eine Strohmatte als Sitzgelegenheit und ein Glas Wasser zum Trinken anbieten. Krsna und Balarama empfingen Akrura in einer Weise, die seiner erhabenen Stellung angemessen war.

Nach dem festlichen Empfang setzte sich Nanda Maharaja, Krsnas Pflegevater, zu Akrura und sagte: "Mein lieber Akrura, wahrscheinlich erübrigen sich meine Fragen. Ich weiß, daß du unter dem Schutz Kamsas stehst, der sehr grausam und dämonisch ist. Wenn er jemandem Schutz verspricht, ist es genauso, wie wenn ein Schlachthausbesitzer Tiere beschützt, um sie später zu töten. Kamsa ist so skrupellos und selbstsüchtig, daß er nicht einmal davor zurückschreckte, die Söhne seiner eigenen Schwester zu töten. Wie könnte ich daher noch ernsthaft glauben, er würde die Einwohner von Mathura beschützen?" Nanda Maharaja macht hier auf einen sehr wichtigen Punkt aufmerksam: Wenn die Regierungsoberhäupter nur ihr Selbstinteresse im Auge haben, können sie niemals für das Wohlergehen der Bürger sorgen. Als sich Nanda Maharaja mit solch freundlichen Worten an Akrura wandte, vergaß dieser die Anstrengungen seiner Reise von Mathura nach Vrndavana.

Hiermit enden die Bhaktivedanta-Erläuterungen zum 37. Kapitel des Krsna-Buches: "Akruras Ankunft in Vrndavana".