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Die Transzendentalen Spiele Sri Krishnas
Von Seiner Heiligkeit A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada

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48. Kapitel: Der heimtückische Dhrtarastra



Auf die Bitte der Höchsten Persönlichkeit Gottes, Sri Krsna, hin reiste Akrura also nach Hastinapura. Man sagt, daß Hastinapura dort lag, wo sich heute Neu-Delhi befindet, und der Stadtteil von Neu-Delhi, der noch heute Indraprastha heißt, gib im allgemeinen als die ehemalige Hauptstadt der Pandavas. Hasti bedeutet Elefant, und wie der Name Hastinapura schon sagt, gab es damals in der Hauptstadt der Pandavas viele Elefanten. Elefanten zu halten ist eine sehr kostspielige Angelegenheit, und daher muß ein Königreich, das viele Elefanten besitzt, sehr reich sein, und wie Akrura bei seiner Ankunft bemerkte, war Hastinapura voller Elefanten, Pferde, Kutschen und anderer Schätze. Die Könige von Hastinapura galten als die Herrscher über die ganze Welt. Ihr Ruhm war überall im Königreich verbreitet, und sie regierten mit Hilfe der Beratung gelehrter brahmanas.

Nachdem sich Akrura die wohlhabende Stadt angesehen hatte, besuchte er König Dhrtarastra, und bei ihm traf er auch Großvater Bhisma. Dann besuchte er Vidura und daraufhin Viduras Schwester Kunti, und so hatte er auch Begegnungen mit dem Sohn Somadattas, mit dem König von Bahlika, mit Dronacarya, Krpacarya, Karna und Suyodhana. (Suyodhana ist ein anderer Name für Duryodhana.) Er besuchte auch Asvatthama, den Sohn Dronacaryas, sowie die fünf Pandava-Brüder und andere Freunde und Verwandte, die in der Stadt lebten. Akrura war als der Sohn von Gandini bekannt, und daher war jeder, den er besuchte, sehr erfreut, ihn bei sich empfangen zu dürfen. Jedesmal wurde ihm zum Empfang ein bequemer Sitzplatz angeboten, worauf er sich eingehend nach dem Wohlergehen und dem Tun seiner Verwandten erkundigte.

Daß Sri Krsna gerade Akrura ausgewählt hatte, um die Mission in Hastinapura zu erfüllen, weist darauf hin, daß dieser im Abklären diplomatischer Fragen viel Geschick haben mußte. Dhrtarastra hatte nach dem Tod König Pandus trotz der Gegenwart der eigentlichen Thronerben, nämlich der Söhne Pandus, unrechtmäßig den Thron besetzt. Akrura wollte deshalb noch eine Zeitlang in Hastinapura verweilen, um die Lage eingehend zu erkunden. Er erkannte deutlich, daß der heimtückische Dhrtarastra nur auf die Vorteile seiner eigenen Söhne bedacht war. Tatsächlich hatte Dhrtarastra bereits das Königreich an sich gerissen, und nun beabsichtigte er, sich der fünf Pandava-Brüder endgültig zu entledigen. Akrura wußte auch, daß die Söhne Dhrtarastras, die von Duryodhana angeführt wurden, allesamt betrügerische und schurkische Regierungsleute waren. Dhrtarastra hielt sich nicht an die guten Anweisungen Bhismas und Viduras, sondern ließ sich von den üblen Ratschlägen Karnas, Sakunis und anderer Leute des gleichen Schlages führen. Akrura beschloß, für einige Monate in Hastinapura zu bleiben, um einen genauen Einblick in die politische Lage zu erhalten.

Nach und nach erfuhr Akrura von Kunti und Vidura, daß Dhrtarastra die fünf Pandava-Brüder sehr ungerecht behandelte, da er auf ihre außerordentliche Begabung in der Kriegskunst und auf ihre großen körperlichen Kräfte neidisch war. Die Pandavas handelten wie kühne Helden; sie zeigten alle guten Eigenschaften der ksatriyas und waren verantwortungsbewußte Prinzen, die immer an das Wohl der Bürger dachten. Akrura vernahm auch, daß der neidische Dhrtarastra nach Rücksprache mit seinem heißblütigen Sohn versucht hatte, die Pandavas zu vergiften.

Akrura war ein Vetter Kuntis, und nun, wo sie sich wiedersahen, fragte sie ihn nach ihren Verwandten auf der väterlichen Seite. Als in ihr die Erinnerung an ihren Geburtsort wach wurde, kamen ihr die Tränen. Sie fragte Akrura, ob sich ihr Vater, ihre Mutter wie auch ihre Brüder und Schwestern und die anderen Freunde daheim immer noch an sie erinnerten; ganz besonders erkundigte sie sich nach Krsna und Balarama, ihren beiden ruhmreichen Neffen: ,,Erinnert Sich Krsna, die Höchste Persönlichkeit Gottes, der Seinen Geweihten sehr zugetan ist, noch an meine Söhne? Denkt auch Balarama manchmal an uns?" Im Innern fühlte sich Kunti wie eine Rehmutter in der Gesellschaft von Tigern, und in Wirklichkeit war es auch so. Nach dem Tode ihres Gatten, König Pandu, mußte sie allein für ihre fünf Kinder sorgen, und Dhrtarastra hatte ständig versucht, sie zu töten. Sie lebte tatsächlich wie ein armes, unschuldiges Tier inmitten von Tigern. Doch als Gottgeweihte dachte sie immerzu an Krsna und hoffte, Krsna werde eines Tages kommen und sie aus ihrer gefährlichen Lage erretten. Daher fragte sie Akrura, ob Krsna beabsichtige, nach Hastinapura zu kommen, um den vaterlosen Pandavas zu raten, wie sie vor den Machenschaften Dhrtarastras und seiner Söhne sicher sein konnten. Während Kunti so mit Akrura über diese Angelegenheiten sprach, überkam sie ein Gefühl der Hilflosigkeit, und sie rief: „O mein Krsna, mein lieber Krsna! Du bist der höchste Mystiker, die Überseele des Universums. Du bist der wirkliche wohlmeinende Freund und Gönner des ganzen Universums. Mein lieber Govinda, zur Zeit bist Du sehr weit von mir entfernt, doch ich bete darum, mich Deinen Lotosfüßen hinzugeben. Im Augenblick mache ich mir um meine fünf vaterlosen Söhne große Sorgen. Ich weiß sehr wohl, daß es außer Deinen Lotosfüßen keine Zuflucht und keinen Schutz gibt. Deine Lotosfüße können alle leidenden Seelen erlangen, denn Du bist die Höchste Persönlichkeit Gottes. Nur durch Deine Barmherzigkeit kann man der Gewalt der sich wiederholenden Geburten und Tode entkommen und in sicherem Schutz verbleiben. Mein lieber Krsna, Du bist der höchste Reine, die Überseele und der Meister aller yogis. Was kann ich sonst noch sagen? Ich kann Dir einfach nur meine achtungsvollen Ehrerbietungen darbringen. Bitte nimm mich als Deine Geweihte an, die Dir völlig ergeben ist."

Obwohl Krsna nicht persönlich vor Kunti stand, brachte sie Ihm ihre Gebete dar, als würde sie Ihn direkt von Angesicht zu Angesicht sehen. Dies ist jedem möglich, der in die Fußstapfen Kuntis tritt. Krsna braucht nicht überall persönlich gegenwärtig zu sein, denn im Grunde ist Er bereits durch Seine spirituelle Energie überall gegenwärtig, und man braucht sich Ihm nur aufrichtig hinzugeben. Als Kunti nun Krsna voller Inbrunst ihre Gebete darbrachte, konnte sie sich nicht mehr beherrschen und brach vor Akrura in Tränen aus. Neben Akrura war auch Vidura zugegen, und beide empfanden großes Mitgefühl für die Mutter der Pandavas. Sie trösteten Kunti daher, indem sie ihre Söhne Yudhisthira, Bhima und Arjuna rühmten und deren außerordentliche Stärke hervorhoben; sie baten Kunti, sich keine Sorgen um ihre Kinder zu machen, da diese doch die Söhne von großen Halbgöttern, nämlich Yamaraja, Indra und Vayu, seien.

Akrura beschloß, zu Krsna zurückzukehren und Ihm zu berichten, in welch beklagenswerten Umständen er Kunti und ihre fünf Söhne angetroffen habe. Zuvor jedoch wollte er Dhrtarastra, der seine eigenen Söhne so sehr bevorzugte und die Pandavas betrog, einen guten Rat erteilen. Als einmal viele Freunde und Verwandte Dhrtarastras gegenwärtig waren, wandte sich Akrura an den blinden König und sprach ihn mit dem Namen ,,Varcitravirya" an. Varcitravirya bedeutet ,,der Sohn Vicitraviryas". Vicitravirya war der Name von Dhrtarastras Vater, doch Dhrtarastra war nicht von Vicitravirya gezeugt worden, sondern von Vyasadeva. Wenn nämlich in früheren Zeiten ein Mann nicht selbst ein Kind zeugen konnte, war es üblich, daß sein Bruder an seiner Stelle ein Kind zeugte. Im gegenwärtigen Zeitalter des Kali ist dieser Brauch verboten. Als Akrura Dhrtarastra mit dem Namen ,,Varcitravirya" ansprach, war dies also sarkastisch gemeint, weil er eigentlich gar nicht von seinem Vater gezeugt worden war, sondern von Vyasadeva. Wenn eine Frau von dem Bruder ihres Gatten ein Kind gebar, betrachtete der Ehemann es als sein eigenes, was aber natürlich nichts daran änderte, daß das Kind nicht vom Ehemann stammte. Akruras sarkastische Bemerkung sollte darauf hinweisen, daß Dhrtarastra auf der Grundlage des Erbrechtes den Thron unrechtmäßig für sich beanspruchte. In Wirklichkeit war der älteste Sohn Pandus der rechtmäßige König, und deshalb hätte Dhrtarastra in Anwesenheit der Pandavas den Thron nicht einnehmen dürfen.

Akrura sagte also: ,,Mein lieber Sohn Vicitraviryas, obwohl du zu Unrecht den Thron der Pandavas bestiegen hast, bist du nun einmal der König. Ich mochte dir deshalb den Rat geben, das Königreich nach moralischen und ethischen Prinzipien zu regieren. Wenn du auf mich hörst und versuchst, auf diese Weise deinen Untertanen ein Vorbild zu sein, werden dein Name und dein Ruhm unsterblich werden." Mit diesen Worten spielte Akrura darauf an, daß Dhrtarastra seine Neffen, die Pandavas, ungerecht behandelte, obwohl diese immerhin auch seine Untertanen waren. Er sagte: ,,Selbst wenn du sie nicht als die Throninhaber, sondern als deine Untertanen betrachtest, solltest du dich doch unparteiisch um ihr Wohlergehen kümmern, als seien sie deine eigenen Söhne. Solltest du dich jedoch nicht nach diesen Grundsätzen richten, sondern das Gegenteil tun, wirst du dich bei deinen Untertanen unbeliebt machen und in deinem nächsten Leben höllische Bedingungen durchzumachen haben. Ich hoffe daher, daß du deine Söhne und die Söhne Pandus gleich behandeln wirst." Akrura wies darauf hin, daß es zwischen den beiden Parteien von Vettern sicherlich zum Kampf kommen werde, wenn Dhrtarastra seine eigenen Söhne und die Pandavas nicht unparteiisch behandelte. Und weil die Pandavas im Recht waren, wurden sie aus diesem Kampf siegreich hervorgehen, wohingegen seine Söhne umkommen würden. So lautete Akruras Prophezeiung, die er Dhrtarastra gegenüber aussprach.

Akrura erteilte Dhrtarastra weitere Ratschläge: ,,In der materiellen Welt kann niemand für immer mit jemand anderem zusammenbleiben. Durch Zufall nur finden wir uns in Familien, Gesellschaften, Gemeinschaften und Nationen zusammen, und weil jeder von uns letztlich seinen Körper aufgeben muß, sind wir gezwungen, uns wieder voneinander zu trennen. Man sollte daher nicht übermäßig stark an seinen Familienmitgliedern hängen." Dazu bewirkte Dhrtarastras übertriebene Zuneigung zu seinen Söhnen, daß er viele Ungerechtigkeiten beging, und dies alles zeugte nicht von großer Intelligenz auf seiten Dhrtarastras. Akrura gab Dhrtarastra unumwunden zu verstehen, daß seine engstirnige Familienanhaftung nur auf seine tiefe Unwissenheit oder seine Blindheit bezüglich moralischer Prinzipien zurückzuführen sei. Obwohl es scheint, als seien wir in Familien, Gesellschaften und Nationen miteinander verbunden, hat jeder einzelne von uns sein eigenes, individuelles Schicksal. Jedes Lebewesen wird entsprechend seinen früheren Tätigkeiten unter bestimmten Umständen geboren; deshalb muß jeder individuell die Reaktionen seines karma genießen oder erleiden. Man kann sein Schicksal nicht verbessern, indem man einfach nur im Kreis seiner Familie oder in anderen Gemeinschaften lebt. Zuweilen geschieht es, daß ein Familienvater durch ungesetzliche Mittel zu Reichtum kommt und der Sohn dann dieses Geld an sich nimmt, obgleich der Vater es unter großen Anstrengungen erworben hat. Es ist wie mit einem kleinen Fisch im Ozean, der den Körper eines großen, alten Fisches frißt. Letzten Endes kann man also nicht auf illegale Weise Reichtum zur Zufriedenstellung von Familie, Gesellschaft, Gemeinschaft oder Nation anhäufen. Die Tatsache, daß viele große Königreiche der Vergangenheit nicht mehr bestehen, weil ihr Wohlstand von den Nachkommen verschwendet wurde, bestätigt deutlich dieses Prinzip. Wer dieses tiefgründige Gesetz der fruchtbringenden Tätigkeiten nicht kennt und daher die moralischen und ethischen Prinzipien mißachtet, erntet letzten Endes nur die sündhaften Reaktionen seiner Tätigkeiten. Sein schändlich erworbener Besitz wird ihm von jemand anderem weggenommen werden, und er selbst gerät in die dunkelsten Bereiche des höllischen Daseins. Man sollte daher nicht mehr Besitz anhäufen, als einem vom Schicksal zugeteilt ist; andernfalls wird man seinem wahren Interesse gegenüber blind. Statt dem Interesse seines Selbst gerecht zu werden, bewirken die eigenen Tätigkeiten dann genau das Gegenteil, und man kommt elendiglich zu Fall.

Akrura fuhr fort: ,,Mein lieber Dhrtarastra, ich bitte dich, auf meinen Rat zu hören und der Wirklichkeit dieses materiellen Daseins gegenüber nicht so blind zu sein. Das materielle, bedingte Leben ist sowohl in Leid als auch in Glück als Traum anzusehen. Man sollte versuchen, seinen Geist und seine Sinne zu beherrschen und ein friedvolles, ausgeglichenes Leben zu führen, um im Krsna-Bewußtsein spirituellen Fortschritt zu machen." Im Caitanya-caritamrta wird gesagt, daß außer den Gottgeweihten, die im Krsna-Bewußtsein verankert sind, jeder ständig verstört und voller Ängste ist. Selbst diejenigen, die nach Befreiung streben und in die unpersönliche Brahman-Ausstrahlung eingehen wollen, ja selbst die yogis, die versuchen, die Vollendung mystischer Kräfte zu erlangen, können keinen inneren Frieden finden. Die reinen Gottgeweihten dagegen stellen keine Forderungen an Krsna, denn sie sind vollkommen damit zufrieden, Ihm zu dienen. Wahrer Frieden und geistige Ausgeglichenheit können nur auf der Stufe des vollkommenen Krsna-Bewußtseins erlangt werden.

Nachdem Dhrtarastra diese moralischen Anweisungen von Akrura vernommen hatte, erwiderte er: ,,Lieber Akrura, es ist sehr großzügig von dir, mir solch wohlgemeinte Ratschläge zu erteilen, doch leider kann ich sie nicht annehmen. Ein Mensch, der zum Sterben verurteilt ist, kann aus der wohltuenden Wirkung von Nektar keinen Nutzen mehr ziehen, selbst wenn man ihm solchen Nektar verabreicht. Es ist mir bewußt, daß deine Anweisungen höchst wertvoll sind, aber unglücklicherweise bleiben sie nicht in meinem flatterhaften Geist haften, genau wie die leuchtenden Blitze am Himmel nicht bei einer bestimmten Wolke verharren. Das einzige, was ich verstehen kann, ist, daß niemand die Erfüllung des höchsten Willens aufhalten kann. Ich verstehe, daß die Höchste Persönlichkeit Gottes, Krsna, in der Yadu-Dynastie erschienen ist, um die beschwerliche Last, die die Erde zu tragen hat, zu verringern."

Dhrtarastra machte Akrura somit deutlich, daß er völliges Vertrauen in Krsna, die Höchste Persönlichkeit Gottes, habe. Doch gleichzeitig haftete er auch sehr stark an seinen Familienangehörigen. Er wußte nicht, daß Krsna schon in sehr naher Zukunft alle Seine Angehörigen vernichten würde und daß er, Dhrtarastra, dann in seiner hilflosen Lage bei Krsnas Lotosfüßen Zuflucht suchen würde. Wenn Krsna einem Gottgeweihten besondere Barmherzigkeit erweisen will, nimmt Er ihm gewöhnlich alle Objekte seiner materiellen Anhaftung fort. Auf diese Weise macht Er den Geweihten in materieller Hinsicht hilflos, so daß ihm keine andere Möglichkeit bleibt, als sich Krsnas Lotosfüßen hinzugeben. Und genau in dieser Lage sollte sich Dhrtarastra nach dem Ende der Schlacht von Kuruksetra dann auch finden. Dhrtarastra sah sich zwei widerstreitenden Tatsachen gegenübergestellt. Auf der einen Seite wußte er, daß Krsna erschienen war, um die Welt von aller unnötigen Last zu befreien. Seine Söhne stellten eine solche unnötige Last dar, und daher ahnte er, daß auch sie getötet werden würden. Doch gleichzeitig war er nicht in der Lage, seine parteiische Anhaftung an seine Söhne aufzugeben. Wie er so über diese Gegensätzlichkeiten nachdachte, erwies er der Höchsten Persönlichkeit Gottes seine achtungsvollen Ehrerbietungen und sprach: ,,Die vielen Widersprüche im materiellen Dasein sind sehr schwer zu verstehen; man kann sie nur als die unbegreifliche Manifestation des Plans des Höchsten sehen, der durch Seine unfaßbare Energie die gesamte materielle Welt erschafft, in sie eingeht und dadurch die drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur in Bewegung setzt. Wenn alles erschaffen ist, geht Er in alle Lebewesen und in die kleinsten Atome ein. Niemand kann die unermeßlichen Pläne des Höchsten Herrn verstehen."

Als Akrura diese Worte hörte, war ihm klar, daß Dhrtarastra nicht beabsichtigte, sein ungerechtes Verhalten gegenüber den Pandavas zu ändern, sondern daß er weiterhin seine eigenen Söhne bevorteilen würde. Akrura verabschiedete sich unverzüglich von seinen Freunden in Hastinapura und kehrte in seine Heimatstadt im Königreich der Yadus zurück. Nach seiner Ankunft in Mathura berichtete er Sri Krsna und Balarama ausführlich, wie die Verhältnisse in Hastinapura tatsächlich lagen und welche Absichten Dhrtarastra verfolgte. Akrura war von Krsna nach Hastinapura geschickt worden, um die dortige Lage zu erforschen, und durch die Gnade des Herrn konnte er seine Aufgabe erfolgreich durchführen und Krsna über die wahre Sachlage unterrichten.

Hiermit enden die Bhaktivedanta-Erläuterungen zum 48. Kapitel des Krsna-Buches: "Der heimtückische Dhrtarastra".