56. Kapitel: Satrajit und
Satadhanva werden getötet
Seitdem Akrura Hastinapura verlassen
hatte, um zu
Krsna zurückzukehren und Ihm von
der Situation der
Pandavas zu berichten,
hatte sich die Lage
weiter
zugespitzt. Die
Pandavas waren in
einem Haus
untergebracht worden, das aus Schellack bestand und das
später in Brand gesetzt wurde,
worauf jeder glaubte, die
Pandavas seien zusammen mit ihrer Mutter Kunti
in den
Flammen umgekommen. Diese Nachricht
erreichte auch
Krsna und Balarama, worauf Sie nach einer gemeinsamen
Beratung beschlossen, persönlich nach Hastinapura zu gehen, um
Ihren Verwandten
Ihre Anteilnahme
auszudrücken.
Krsna
und
Balarama wußten
selbstverständlich, daß die
Pandavas nicht in den
Flammen umgekommen sein
konnten, aber trotzdem
wollten Sie nach
Hastinapura gehen, um
all den
Trauernden in dieser schweren Stunde
beizustehen. Als
Sie in Hastinapura
ankamen, suchten Sie
als erstes
Bhismadeva auf, denn er
war das Oberhaupt der
Kuru-Dynastie. Dann besuchten Sie Vidura, Gandhari und
Drona. Es gab andere Mitglieder der
Kuru-Dynastie, die
alles andere als traurig waren, denn sie hatten sich schon
seit langer Zeit gewünscht, der Pandavas und ihrer Mutter
entledigt zu sein. Einige Familienmitglieder jedoch, ganz
besonders Bhismadeva,
bedauerten aufrichtig das
Unglück, und Krsna und
Balarama brachten gleiche
Empfindungen zum Ausdruck, ohne etwas
davon zu
verraten, wie es sich in Wirklichkeit verhielt.
Nachdem Krsna und
Balarama Dvaraka verlassen
hatten, fand dort eine Verschwörung statt, deren Ziel darin
bestand, Satrajit das Syamantaka-Juwel zu
rauben. Der
Kopf der Verschwörung war Satadhanva,
der wie viele
andere die schöne Satyabhama, Satrajits Tochter, heiraten
wollte. Satrajit hatte
seine Tochter bereits mehreren
Bewerbern versprochen, doch später hatte
er seine Entscheidung geändert und Satyabhama
zusammen mit dem
Syamantaka-Juwel Krsna übergeben. Im
Grunde gab er
das Juwel nur widerwillig fort, und
Krsna, der seine
Gedanken kannte, hatte
deshalb nur seine Tochter
angenommen und ihm das Juwel zurückgegeben. Satrajit
war sehr erfreut, als er das Juwel behalten durfte, und trug
es von da an immer bei sich.
Nun aber, in Krsnas und
Balaramas Abwesenheit, bildete sich eine
Gruppe von
Verschwörern, die Satrajit das Juwel rauben wollten, und
sogar Akrura und Krtavarma, zwei Geweihte Sri Krsnas,
nahmen an der Verschwörung teil;
ihre Absicht war es
jedoch, das Syamantaka-Juwel Krsna
zurückzubringen,
denn sie wußten, daß Krsna Sich das Juwel wünschte und
daß es Satrajit seinerseits verfehlt hatte, Krsna das Juwel
in der richtigen Haltung anzubieten.
Die anderen jedoch
nahmen an der Verschwörung teil,
weil sie enttäuscht
waren, daß sie Satyabhama nicht zur
Frau bekommen
hatten. Einige von diesen Männern
stifteten Satadhanva
an, Satrajit umzubringen und ihm das Juwel abzunehmen.
An dieser Stelle wird oft die
Frage gestellt, wie es
möglich war, daß ein so großer Gottgeweihter wie Akrura
an der Verschwörung teilnahm. Und warum beteiligte sich
auch Krtavarma, der ebenfalls ein
Geweihter des Herrn
war, an solchen Machenschaften? Die
Antwort hierauf
geben uns große Autoritäten wie
Jiva Gosvami und
andere; sie erklären, daß Akrura zwar ein großer Gottgeweihter war, daß aber die
Verwünschung der Einwohner
von Vrndavana über ihm lastete, da
er Krsna aus ihrer
Mitte genommen hatte. Weil Akrura
auf diese Weise ihr
Herz verwundet hatte,
war er gezwungen, an
einer
Verschwörung teilzunehmen, die von
verabscheuenswerten Menschen angezettelt wurde.
Ähn-
lich verhielt es sich mit
Krtavarma: Auch er war ein
Gottgeweihter, doch aufgrund seines engen Umganges mit
Kamsa war auch er in sündhafte
Reaktionen verwickelt
worden, weshalb er sich ebenfalls
an der Verschwörung
beteiligte.
Angespornt von den anderen Verschwörern,
drang
Satadhanva eines Nachts
in Satrajits Haus ein
und
ermordete diesen im Schlaf. Satadhanva war ein sündiger
Mensch von abscheulichem Charakter;
aufgrund seiner
vielen Sünden waren seine Tage
bereits gezählt, aber
dennoch schreckte er nicht davor
zurück, Satrajit auf
solch niederträchtige Weise zu ermorden.
Als er in den
Palast eindrang, um Satrajit umzubringen,
begannen alle
anwesenden Frauen laut zu schreien,
doch ohne sich um
ihr Wehgeschrei und Klagen zu
kümmern, metzelte er
sein Opfer mit einer gnadenlosen Gelassenheit nieder, die
der eines Metzgers gleichkam, der im Schlachthof ein Tier
umbringt. Weil Krsna Dvaraka verlassen
hatte, befand
sich Seine Frau Satyabhama in jener
Nacht ebenfalls im
Hause ihres Vaters,
Satrajit, und beim
Anblick des
grauenhaften Schauspiels rief sie verzweifelt aus: "Lieber
Vater! Mein lieber Vater! Gnadenlos
bist du getötet
worden!“ Der tote Körper Satrajits
wurde am folgenden
Tag nicht sogleich zum Scheiterhaufen
gebracht, denn
Satyabhama wollte zuerst nach Hastinapura
zu Krsna
gehen. Daher wurde der Leichnam in
Öl gelegt, so daß
Krsna ihn bei Seiner Rückkehr mit eigenen Augen würde
sehen können, um dann gebührende Schritte gegen Satadhanva zu unternehmen. So machte
sich Satyabhama
unverzüglich auf den Weg nach
Hastinapura, um Krsna
die Nachricht vom gewaltsamen Tod
ihres Vaters zu
überbringen.
Als Krsna nach Satyabhamas Ankunft
in Hastinapura
von dem Meuchelmord hörte, begann
Er über den Tod
Seines Schwiegervaters wie ein gewöhnlicher Mensch zu
wehklagen. Seine große
Trauer mag sehr seltsam
erscheinen, denn Sri Krsna hat nichts
mit Aktion und
Reaktion zu tun; doch
weil Er die Rolle eines
gewöhnlichen Menschen
spielte, brachte
Er der
schmerzerfüllten Satyabhama gegenüber Sein aufrichtiges
Mitgefühl zum Ausdruck. Tränen traten in
Seine Augen,
als Er von dem Tod Seines
Schwiegervaters erfuhr, und
Er klagte: "Ach, welch großes
Unglück ist über uns
hereingebrochen!" Auf der Stelle kehrte Krsna zusammen
mit Balarama und Seiner Frau Satyabhama nach Dvaraka
zurück und überlegte
Sich Mittel und Wege, um
Satadhanva zu töten und
ihm das Juwel
wieder
abzunehmen. Obwohl Satadhanva
ein unverfrorener
Mörder und Verbrecher war, fürchtete
er sich dennoch
sehr vor Krsna, und deshalb packte
ihn panische Angst,
als er hörte, daß Krsna wieder zurückgekommen war.
Weil Satadhanva verstand, daß Krsna gekommen war,
um ihn zu töten, rannte er sogleich zu Krtavarma und bat
ihn um Schutz. Doch Krtavarma
entgegnete: "Ich würde
es niemals wagen, ein Vergehen gegen Sri Krsna und Sri
Balarama zu begehen, denn Sie sind keine gewöhnlichen
Menschen. Sie sind die Höchste
Persönlichkeit Gottes.
Wie könnte jemand dem Tod entgehen, der sich
eines Vergehens gegen Krsna und Balarama schuldig
gemacht hat?
Niemand vermag
Ihrem Zorn zu
entkommen." Krtavarma wies auch darauf
hin, daß sich
selbst der mächtige Kamsa, dem
viele andere Dämonen
zur Seite standen, nicht vor Krsnas
Zorn retten konnte,
ganz zu schweigen von Jarasandha, der achtzehnmal von
Krsna besiegt
wurde und jedes
Mal vernichtend
geschlagen vom Kampf zurückkehren mußte.
Als Satadhanva sah, daß ihm
Krtavarma jeglichen
Beistand versagte, ging er zu
Akrura und flehte ihn um
Hilfe an. Doch auch Akrura
entgegnete: "Krsna und
Balarama sind die Höchste Persönlichkeit
Gottes Selbst.
Jeder, der Ihre
grenzenlose Stärke kennt,
würde es
niemals wagen, einen Frevel gegen
Sie zu begehen oder
sogar mit Ihnen zu kämpfen.“ Und
Akrura fügte hinzu:
"Krsna und Balarama sind so
mächtig, daß Sie durch
Ihren bloßen Willen die gesamte kosmische Manifestation
erschaffen, erhalten und vernichten. Leider können Menschen, die durch die illusionierende
Energie verblendet
sind, Krsnas Stärke nicht erkennen,
obwohl der gesamte
Kosmos völlig unter
Seiner Kontrolle steht." Als
beeindruckendes Beispiel führte Akrura
an, daß Krsna
schon im Alter von sieben Jahren den Govardhana-Hügel
in die Luft hob und ihn sieben Tage lang ununterbrochen
emporhielt, so wie ein Kind einen
kleinen Schirm trägt.
Akrura sagte unumwunden, daß er
Krsna, der Überseele
in allem Erschaffenen und der
ursprünglichen Ursache
aller Ursachen, stets seine achtungsvollen Ehrerbietungen
erweise. Als Satadhanva sah, daß er
auch seine letzte
Hoffnung, von Akrura beschützt zu
werden, fallenlassen
konnte, händigte er Akrura das
Syamantaka-Juwel aus
und schwang sich auf sein Pferd,
das außerordentlich
schnell war und die Fähigkeit
besaß, ohne zu ermüden
400 Meilen durchzugaloppieren; und auf
dem Rücken
dieses Pferdes verließ er fluchtartig die Stadt.
Sowie Krsna und Balarama über
Satadhanvas Flucht
unterrichtet wurden, bestiegen Sie Ihren
Wagen, dessen
Flagge das Bild Garudas trug, und
setzten ihm nach.
Krsna war besonders deswegen auf
Satadhanva zornig
und wollte ihn
töten, weil
dieser Satrajit, eine
hochgestellte Persönlichkeit, ermordet hatte.
Dazu war
Satrajit Krsnas Schwiegervater, und die
Anweisung der
sastras besagt in
diesem Zusammenhang, daß ein
gurudruha, jemand, der sich gegen
eine höhergestellte
Persönlichkeit auflehnt, entsprechend der
Größe seines
Vergehens bestraft werden muß. Deshalb
war Krsna
entschlossen, den Mörder Seines
Schwiegervaters unter
keinen Umständen entkommen zu lassen.
Satadhanvas Pferd verließen schließlich die Kräfte, und
es brach in der Nähe eines
Gartenhauses in Mithila
zusammen. Da ihm das verendete Pferd auch nicht mehr
helfen konnte, lief
Satadhanva zu Fuß mit
großer
Schnelligkeit weiter. Krsna und Balarama, die Satadhanva
einen ehrlichen Kampf bieten wollten, sprangen ebenfalls
vom Streitwagen und verfolgten ihn
zu Fuß. Im Laufen
schleuderte Krsna Sein Feuerrad los, das Satadhanva den
Kopf abtrennte.
Daraufhin durchsuchte
Krsna die
Kleidung des Mörders nach dem Syamantaka-Juwel, doch
Er konnte es nirgends finden. So
kehrte Er zu Balarama
zurück und sagte: "Wir haben diesen
Mann umsonst
getötet, denn er trägt das Juwel nicht bei sich.“ Balarama
jedoch hatte eine Vermutung: "Vielleicht wird es von jemand anderem in Dvaraka aufbewahrt.
Es ist also das
beste, Du kehrst zurück und versuchst, es dort zu finden."
Sri Balarama Selbst wollte einige Tage in Mithila bleiben,
denn der König von Mithila war
ein guter Freund von
Ihm. Deshalb kehrte Krsna allein
nach Dvaraka zurück,
und Balarama begab Sich in die Stadt Mithila.
Als der König von Mithila sah, daß Balarama in seine
Stadt kam, war er hocherfreut und empfing den Herrn mit
Ehrerbietung und
Gastfreundlichkeit. Er überreichte
Balaramaji auch viele
kostbare Geschenke, um Sein
Wohlwollen zu gewinnen. Mehrere Jahre
lang blieb Sri
Balarama Ehrengast des Königs von
Mithila, Janaka
Maharaja. Während dieser Zeit nahm
Duryodhana, der
älteste Sohn Dhrtarastras, die Gelegenheit wahr, Balarama
zu besuchen und von Ihm die Kunst des Kampfes mit der
Keule zu erlernen.
Nachdem Krsna Satadhanva getötet hatte,
kehrte Er
wieder nach Dvaraka
zurück, und um Seine
Frau
Satyabhama zu erfreuen, berichtete Er ihr, daß der Mörder
ihres Vaters nun tot sei. Krsna sagte aber auch, daß Er das
Juwel bei ihm nicht hatte finden können. Danach führte Er
gemeinsam mit Satyabhama, in Übereinstimmung mit den
religiösen Prinzipien, verschiedene Zeremonien durch, um
Seinen toten
Schwiegervater zu
ehren. Zu dieser
Zeremonie versammelten
sich alle Freunde
und
Verwandten der Familie.
Akrura und Krtavarma,
die maßgeblich an der
Verschwörung gegen Satrajit beteiligt
gewesen waren,
hatten Satadhanva dazu angehalten, Satrajit zu töten, und
als sie nun hörten, daß Satadhanva
von Krsnas Hand
gestorben war und daß Krsna wieder
nach Dvaraka
zurückgekehrt war, verließen sie eilends
die Stadt. In
Akruras Abwesenheit fürchteten die
Bürger, sie würden
nun von Pest und Naturkatastrophen heimgesucht werden.
Doch dies war nur eine Art
Aberglaube, denn dort, wo
Krsna anwesend ist, kann es unmöglich Pest, Hungersnöte
oder Naturkatastrophen geben. In Akruras
Abwesenheit
jedoch traten dennoch einige Störungen
in Dvaraka auf.
Dazu muß man folgende Vorgeschichte
kennen: Das
Gebiet von Varanasi in der Provinz Kasi
wurde einmal
von einer verheerenden Dürre heimgesucht,
und so gut
wie kein Regen fiel mehr vom Himmel. Auf Geheiß eines
Astrologen hin
verheiratete der
König von Kasi
schließlich seine Tochter Gandini mit Svaphalka, Akruras
Vater, und nach dieser Heirat fiel wieder genügend Regen
in der Provinz. Da Svaphalka übernatürliche Kräfte besaß,
hieß es schon bald, daß sein Sohn Akrura ebenfalls solche
Kräfte besitze. Auf diese Weise entstand unter den Leuten
der Glaube, daß es überall dort, wo sich Akrura oder sein
Vater aufhalte, keine
Naturplagen, Hungersnöte oder
Dürren geben könne. Ein Königreich
kann nur dann als
glücklich bezeichnet werden, wenn es
in ihm weder
Hungersnöte, Pest noch übermäßige Hitze oder Kälte gibt
und wenn die Bürger körperlich,
geistig und spirituell
glücklich sind. Sobald in diesen
Zeiten irgendwelche
Störungen auftraten, sahen die Menschen
die Ursache
darin, daß eine
glücksspendende Persönlichkeit fortgegangen war. Und so ging auch in Dvaraka das Gerücht
um, daß sich unheilvolle Dinge ereignen würden, nur weil
Akrura die Stadt verlassen hatte. Einige der älteren Leute
sagten auch, daß
sie unglückverheißende Zeichen
wahrnehmen würden, die dem Umstand
zuzuschreiben
seien, daß sich das Syamantaka-Juwel
nicht mehr in
Dvaraka befand. Als Sri Krsna die Gerüchte, die man sich
erzählte, zu Ohren kamen, beschloß
Er, Akrura aus dem
Königreich von Kasi zurückzurufen. Als
Akrura dann
nach Dvaraka zurückkehrte, empfing ihn
Krsna, wie es
einer höherstehenden
Persönlichkeit gebührte, denn
Akrura war Krsnas, Onkel. Da Krsna
als Überseele im
Herzen eines jeden
weilt, weiß Er, was
in jedem
Menschen vor sich geht. Daher war
Ihm auch alles
bekannt, was im Zusammenhang mit
der Verschwörung
Akruras und Satadhanvas geschehen war, und Er wandte
Sich lächelnd an Akrura, indem Er
ihn zuerst als den
höchsten unter den Großmütigen bezeichnete.
„Mein lieber Onkel“, sagte Krsna, „es ist Mir bereits
bekannt, daß Satadhanva das
Syamantaka-Juwel bei dir
hinterlegte. Zur Zeit gibt es
niemanden, der direkten
Anspruch auf das Syamantaka-Juwel erheben
könnte,
denn König Satrajit hat keine
männlichen Nachkommen,
und seiner Tochter Satyabhama ist
nicht sonderlich an
dem Juwel gelegen. Doch ihr
zukünftiger Sohn wird als
Satrajits Enkel, wenn er die
Vorschriften für den Erhalt
der Erbschaft erfüllt hat, der rechtmäßige Eigentümer des
Juwels sein.“ Mit dieser Feststellung offenbarte Sri Krsna,
daß Satyabhama bereits in Erwartung
eines Sohnes war,
der der wirkliche Erbe des Juwels
sei und der sich als
solcher das Juwel mit Sicherheit zurückholen werde.
Krsna fuhr fort: "Das Juwel ist
so mächtig, daß kein
gewöhnlicher Mensch imstande
ist, es bei sich zu
behalten. Da Ich weiß, wie fromm du bist, habe Ich nichts
dagegen einzuwenden, daß sich das
Juwel in deinen
Händen befindet. Die einzige Schwierigkeit, die Ich sehe,
besteht darin, daß es
Mir Mein älterer
Bruder, Sri
Balarama, nicht glauben wird, wenn
Ich Ihm sage, daß
sich das Juwel in deinem Besitz
befindet. Deshalb bitte
Ich dich, o Großherziger, Mir das
Juwel vor all Meinen
Verwandten zu zeigen, damit sie sich zufriedengeben. Du
kannst nicht leugnen, daß sich das Juwel in deinem Besitz
befindet, denn verschiedene
Gerüchte geben uns zu
verstehen, daß sich dein Reichtum vergrößert hat und daß
du Opfer auf einem
Altar aus gediegenem Gold
darbringst." Die besondere Eigenschaft
des Juwels war
jedem bekannt. Überall, wo es sich befand, erzeugte es für
seinen Besitzer täglich fast neun
mounds von reinem
Gold. Akrura bekam Gold in diesen Mengen und verteilte
es freigebig bei
Opferzeremonien. Sri Krsna führte
Akruras Großzügigkeit beim
Verteilen von Gold als
Beweis an,
der dafür
sprach, daß
er das
Syamantaka-Juwel besaß.
Als Sri Krsna Akrura mit solch freundschaftlichen und
wohlwollenden Worten die Tatsachen vor
Augen hielt,
erkannte dieser, daß vor Krsnas Wissen nichts verborgen
bleiben konnte. Auf der Stelle
brachte er das kostbare
Juwel herbei, das mit einem Tuch
bedeckt war, aber
trotzdem hell wie die Sonne leuchtete, und überreichte es
Krsna. Sri Krsna nahm das Syamantaka-Juwel in die Hand
und zeigte es all Seinen anwesenden
Verwandten und
Freunden. Dann gab Er
es vor den Augen aller
Anwesenden Akrura zurück, so daß
jeder sehen konnte,
daß der Edelstein tatsächlich von
Akrura in der Stadt
Dvaraka aufbewahrt wurde.
Die Geschichte vom Syamantaka-Juwel ist von großer
Bedeutung. Im Srimad-Bhagavatam wird
gesagt, daß
jeder, der die Geschichte vom Syamantaka-Juwel hört, sie
weitererzählt oder sich einfach an
sie erinnert, von allen
Verleumdungen und Folgen unfrommer
Tätigkeiten frei
wird und somit die höchste Vollkommenheit des Friedens
erreicht.
Hiermit
enden die Bhaktivedanta-Erläuterungen zum 56. Kapitel des Krsna-Buches:
"Satrajit und Satadhanva werden getötet".